Wenn ich für jeden verkauften Satz Einlagen einen Euro bekäme, müsste ich wohl keinen Marathon mehr laufen – ich würde ihn mir in der Hängematte anschauen.
Doch während manche auf Einlagen schwören wie auf den Espresso vor dem Wettkampf, fragen sich andere: Braucht mein Fuß das wirklich? Zwischen Fußfehlstellungen, Überpronation und orthopädischem Hype liegt ein weites Feld, das wir heute professionell und praxisnah durchqueren werden.
Also, es wird spannend – denn wir reden über Laufschuh-Einlagen, Überpronation, Fußgesundheit und das, was wirklich zählt beim Laufen: dein Gefühl für den eigenen Körper.
Welchen Sinn haben Laufschuh-Einlagen?
Wenn wir über Laufschuh-Einlagen sprechen, sprechen wir im Grunde über etwas sehr Menschliches: Wir wollen Unterstützung – im besten Fall von unten, dort, wo das Fundament unseres Bewegungsapparates sitzt. Die Füße tragen uns durchs Leben, durchs Training, durch alle Höhenmeter dieser Welt. Doch nicht jeder Fuß ist gleich, und nicht jede Laufstrecke verzeiht unsere biomechanischen Eigenheiten. Hier kommen Einlagen ins Spiel.
Wichtiger Hinweis: Dieses Buch macht dich zum besseren Läufer
Einlagen haben im Wesentlichen drei Aufgaben:
- Korrektur: Sie korrigieren Fehlstellungen wie Überpronation oder Supination.
- Dämpfung: Sie bieten zusätzliche Polsterung, besonders auf harten Untergründen.
- Stabilität: Sie sorgen für eine verbesserte Führung des Fußes im Schuh.
Welcher Laufschuh hat die beste Dämpfung? Das sind die Top 5!
Vor allem bei langen Strecken oder hoher Trainingsintensität kann das einen entscheidenden Unterschied machen. Wer schon einmal mit einem schmerzenden Plantarfasziitis-Fuß bei Kilometer 18 stand, weiß: Das ist nicht der Moment, in dem man über Motivation nachdenkt – sondern über gute Einlagen.
Doch hier kommt der Haken: Nicht jeder braucht sie. Viele Läufer haben eine völlig ausreichende Fuß- und Beinachse, die auch ohne Unterstützung gesund funktioniert. Die Annahme, dass jeder Mensch eine Einlage benötigt, ist schlichtweg falsch – das wäre so, als würde man jedem Menschen eine Brille verschreiben, nur weil Sehen wichtig ist.
Ich erlebte in meiner Erfahrung immer wieder, wie Einlagen vorschnell verordnet werden – manchmal sogar von Fachleuten. Dabei sollte die Entscheidung für Einlagen immer auf einer professionellen Bewegungsanalyse basieren und nicht auf einem 3-Minuten-Gespräch im Sportgeschäft.
Warum Überpronation ein Fall für Einlagen ist
Jetzt wird's spannend – und ein bisschen orthopädisch. Überpronation bedeutet, dass dein Fuß beim Auftreten zu stark nach innen einknickt. Das kann zu einer Kettenreaktion führen: Knie, Hüfte und Rücken geraten aus dem Lot, Beschwerden sind vorprogrammiert.
Einlagen helfen in diesem Fall, weil sie den medialen Fußrand stützen. Sie verhindern das Abkippen und stabilisieren das Längsgewölbe. Das klingt technisch – ist es auch – aber in der Praxis bedeutet es: Weniger Schmerzen, effizienterer Laufstil, längere Belastbarkeit.
Besonders für Einsteiger oder Menschen mit höherem Körpergewicht ist das ein echter Gamechanger. Aber auch hier gilt: Nicht jede Überpronation muss zwingend korrigiert werden. Der Körper ist anpassungsfähig. Erst wenn Schmerzen oder Fehlbelastungen auftreten, sollte über Einlagen nachgedacht werden.
Individuelle vs. Standard-Einlagen
Die ewige Frage: Reichen die Einlagen aus dem Sportgeschäft oder muss es das Maßprodukt vom Orthopäden sein? Ich sage: Kommt drauf an. Und das ist keine Ausrede – sondern Erfahrungswert.
Standard-Einlagen: Günstig und vielseitig
Diese Einlagen sind oft vorgeformt, aus EVA-Schaum oder Gel-Materialien gefertigt und kosten zwischen 20 und 50 Euro. Sie bieten Dämpfung und Basisstabilität, sind aber nicht auf deinen Fuß zugeschnitten.
Individuelle Einlagen: Maßarbeit für die Füße
Hier wird per Fußabdruck, 3D-Scan oder Laufanalyse gearbeitet. Die Einlage wird exakt an deine Fußform und Belastungszonen angepasst. Das hat seinen Preis – meistens zwischen 150 und 300 Euro –, bietet dafür aber auch das Maximum an Funktion. Oft übernimmt sogar die Krankenkasse einen Teil des Beitrags, womit die Kosten gar nicht mal um so viel teurer sind als Standard-Einlagen.
Mein Tipp: Bei chronischen Beschwerden, starken Fehlstellungen oder Laufambitionen jenseits der 50-Kilometer-Wochengrenze lohnt sich der Gang zum Orthopäden. Alle anderen können es zunächst mit einer hochwertigen Standard-Einlage versuchen.
9 herausragende Laufschuh-Einlagen
Der Markt ist voll – aber nicht jede Einlage hält, was sie verspricht. Das sind meine persönlichen Top-9, die ich guten Gewissens weiterempfehlen kann:

- Currex RunPro: (*) Ideal für ambitionierte Läufer, hohe Rückstellkraft und dynamische Führung.
- SIDAS Run 3D Protect: (*) Mit Gel-Polsterung, hervorragend bei Fersenschmerzen.
- Superfeet Carbon: (*) Ultraleicht, perfekt für Wettkämpfe und schnelle Trainingseinheiten.
- Powerstep Pinnacle Maxx: (*) Besonders gute Unterstützung bei Überpronation.
- Scholl In-Balance Running: (*) Günstig, solide für Freizeitläufer.
- Pedag Viva Sport: (*) Fokus auf Dämpfung, beliebt bei Einsteigern.
- Formthotics Sport Run Dual: (*) Thermisch anpassbar – perfekte Individualisierung.
- Spenco Total Support Max: (*) Sehr robuste Einlage für hohe Belastung.
- Bauerfeind Sport Insoles Run: (*) Die Sport-Einlagen bieten erhöhten Komfort und herausragende Performance durch gezielte Dämpfung, sensomotorische Stimulation und Unterstützung des natürlichen Abrollverhaltens. Dank hochwertiger, schadstofffreier Materialien sind sie langlebig, robust und beugen Fußverkrampfungen beim Laufen und Joggen effektiv vor.
Vorteile und Nachteile von Einlagen
Vorteile:
- Entlastung der Gelenke durch bessere Druckverteilung
- Verbesserte Fußführung und Stabilität
- Reduktion von Schmerzen bei Plantarfasziitis, Knieschmerzen und Achillessehnenproblemen
- Höherer Komfort auf langen Distanzen
Nachteile:
- Abhängigkeit: Der Fuß „verlernt“, sich selbst zu stabilisieren
- Kosten: Besonders bei individuellen Einlagen ein echter Kostenfaktor
- Platzprobleme: Manche Laufschuhe bieten zu wenig Raum für voluminöse Einlagen. Das führt dazu, dass das Tragen von Einlagen als unangenehm empfunden wird und das Laufvergnügen reduziert.
- Nicht immer nötig: Manchmal sind Mobilitätstraining und Technikarbeit die bessere Lösung
Brauchen wir Einlagen wirklich?
Ich weiß, viele wünschen sich jetzt ein klares „Ja“ oder „Nein“. Aber das wäre zu einfach – und zu gefährlich.
Einlagen können ein wertvolles Tool sein. Vor allem bei echten Fehlstellungen, Überpronation oder Beschwerden. Aber sie sind kein Allheilmittel. Wer glaubt, mit Einlagen alle Laufprobleme zu lösen, wird früher oder später merken: Die Probleme verlagern sich nur.
Ich sage es als Laufcoach ganz ehrlich: Statt blind zu stützen, sollten wir den Fuß schulen. Mobilität, Kraft und Koordination sind die Bausteine einer gesunden Lauftechnik. Wer das Fundament pflegt, braucht oft keine Krücke.
Mein Fazit: Wer keine Beschwerden hat, sollte den Fuß arbeiten lassen. Wer jedoch spürbare Dysbalancen oder Schmerzen hat – bitte analysieren lassen und dann gezielt mit Einlagen arbeiten. Aber nie als Dauerlösung. Der Fuß will gefordert werden – nicht gepampert.
Zusammenfassung
Laufschuh-Einlagen bieten Stabilität, Dämpfung und Schmerzreduktion – aber nicht jeder braucht sie. Vor allem bei Überpronation oder orthopädischen Beschwerden können sie helfen. Wichtig ist der Unterschied zwischen Standard- und individuellen Einlagen, wobei Letztere auf persönliche Laufbedürfnisse abgestimmt werden. Wer beschwerdefrei läuft, kann oft auf Einlagen verzichten und stattdessen in kräftigende Fußübungen investieren. Die Auswahl an Modellen ist groß – ein Testlauf lohnt sich.


Kommentar schreiben