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Eine neue Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) zeigt die erschreckenden Folgen der Umstellung globaler Ernährungsgewohnheiten.

So wird nach derzeitiger Entwicklung etwa die Hälfte der Menschheit in 30 Jahren übergewichtig sein, während es weiterhin keine Verbesserungen bei Menschen mit Untergewicht gibt. Das heißt, die Zahlen derjenigen mit Übergewicht werden weiterhin stark ansteigen, Personen mit Untergewicht wird es deswegen trotzdem nicht weniger geben.

Laut den deutschen Wissenschaftlern wird sich die Kluft zwischen denen die hungern und denen die übersättigt sind, weiter vergrößern.

4 Milliarden Menschen sind bald übergewichtig

Das PIK kam zu dem Ergebnis, dass im Jahr 2050 mehr als 4 Milliarden Menschen übergewichtig sind. In 30 Jahren wären das fast die Hälfte der Menschheit. 1,5 Milliarden sind fettleibig (adipös). Die Zahl der Menschen mit Untergewicht wird sich hingegen nicht verbessern und bei rund 500 Millionen Menschen bleiben.

Anteil der Fettleibigen verdoppelt sich binnen vier Jahrzehnten

Untersucht wurden die Auswirkungen der Umstellungen globaler Ernährungsgewohnheiten über mehrere Jahrzehnte. „Wenn der beobachtete Ernährungswandel weiter anhält, werden wir das Ziel der Vereinten Nationen nicht erreichen, den Hunger weltweit zu besiegen," sagte Benjamin Bodirsky vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Im Jahr 2050 werden 45 Prozent von Übergewicht betroffen sein, davon 16 Prozent von Fettleibigkeit. Ein erschreckendes Szenario, wenn man bedenkt, dass 2010 diese Werte noch bei 29 Prozent (Übergewicht) und 9 Prozent (Fettleibigkeit) lagen. Dies könnte also binnen vier Jahrzehnten zu einer Verdopplung des Anteils der Fettleibigen führen.

Die Ursachen und die Folgen

Ursache für diese Entwicklung ist die unzureichende weltweite Verteilung von Nahrungsmittel. Ebenfalls dafür verantwortlich ist der Trend von pflanzlicher und wenig verarbeiter Ernährung hin zu hochverarbeiteten Speisen und Fertigprodukten. Zudem werden Vollkorndprodukte und Hülsenfrüchte zunehmend durch Zucker, Fette und tierisches Eiweiß abgelöst. Die stark ansteigende Verschwendung von Lebensmitteln und der Konsum von tierischen Eiweiß belasten zudem durch Treibhausgase und Stickstoffverschmutzung unser Klima.

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Die Folgen des massiven Fleischkonsums

Zwischen 2010 und 2050 befürchten die Wissenschaftler einen 50-prozentigen Anstieg der Nachfrage nach Nahrungsmitteln und damit auch eine Verdopplung der Nachfrage nach Fleisch und Milch. Realisieren lässt sich das allerdings nur mit einer noch größeren Nutzung von Landflächen für die Produktion dieser Produkte. „Mit der gleichen Landfläche könnten wir aber viel mehr pflanzliche Nahrungsmittel für den Menschen produzieren als tierische. Wenn immer mehr Menschen immer mehr Fleisch essen, gibt es weniger pflanzliche Nahrung für die anderen – und wir brauchen mehr Land für die Nahrungsmittelproduktion, was dazu führen kann, dass Wälder abgeholzt werden. Die vermehrte Tierhaltung erhöht in der Folge den Ausstoß von Treibhausgasen“, erklärt Autor Alexander Popp, Leiter der Forschungsgruppe Landnutzungsmanagement am PIK.

Nahrung gibt es genug

Die Unterernährung mancher Regionen ist übrigens nicht einer Lebensmittelknappheit geschuldet. Auch eine Umverteilung der Lebensmittel würde nicht ausreichen, "denn sowohl ärmere als auch reichere Bevölkerungsschichten ernähren sich mangelhaft", sagt Prajal Pradhan. Vielmehr fehle es an Wissen über eine gesunde Ernährungsweise.

Die Wissenschaftler fordern für die Zukunft u.a. verbindliche Vorschriften, welche die Werbung für ungesunde Snacks regulieren. Zudem sollen nachhaltige und gesunde Mahlzeiten in öffentlichen Einrichtungen, wie Schulen oder Krankenhäusern sichergestellt werden.

Quelle zur Studie: The ongoing nutrition transition thwarts long-term targets for food security, public health and environmental protection

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Kommentare   

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Erst 2050???? Wenn noch mehr Corona-Lockdowns kommen, ist Adipositas und Koronare Herzerkrankungen das nächste Problem. Der Bewegungsmangel im Lockdown trägt einiges dazu bei.
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