Das britische Team könnte bei der Leichtathletik-EM 2024 in Rom die Laufdisziplinen dominieren.
Denn in nahezu allen Lauf-Disziplinen ist Großbritannien stark aufgestellt. Deutschlands Frauen-Team tritt hingegen stark ersatzgeschwächt an. Gute Medaillenchancen hat das DLV-Team wohl nur im Hindernislauf.
In unserer Vorschau betrachten wir alle Frauen-Bewerbe von den 800 Metern bis zu den 10.000 Metern. Die Halbmarathon-Vorschau folgt in einem separaten Beitrag am Samstag.
Britische Tradition soll fortgesetzt werden
Die britischen Mittel- und Langstreckenläuferinnen haben bei den Leichtathletik-Europameisterschaften eine reiche Tradition. Berühmte Athletinnen wie Lillian Board (800 Meter, 1969), Yvonne Murray (3.000 Meter, 1990), Paula Radcliffe (10.000 Meter, 2002), Lynsey Sharp (800 Meter, 2012), Jo Pavey (10.000 Meter, 2014) und jüngst Laura Muir (1.500 Meter, 2018 und 2022) haben hier Goldmedaillen errungen.
800 Meter: Alle gegen Hodginkson
Doch die Generation von 2024 könnte die bisher beste sein. Angeführt von 800-Meter-Star Keely Hodgkinson, die 2022 in München EM-Gold gewann, hat das Team mehrere Medaillenhoffnungen. Hodgkinson, die bereits olympisches Silber, zwei WM-Silbermedaillen und zwei Hallen-EM-Titel besitzt, strebt nach weiteren Erfolgen. Nach ihrem beeindruckenden Sieg in 1:55,78 Minuten über die Weltmeisterin Mary Moraa bei der Diamond League in Eugene startet sie in Rom in Topform.
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Hodgkinson ist nicht allein: Erin Wallace und Alexandra Bell, die in dieser Saison die zweit- und drittschnellsten Zeiten liefen, verstärken das britische Team. Die slowenische Hallen-EM-Silbermedaillengewinnerin Anita Horvat und die Schweizerin Lore Hoffmann könnten ebenfalls um die Medaillen kämpfen.
1.500 Meter: Briten auch ohne Muir sehr stark
Bei den 1500 Metern der Frauen rücken Georgia Bell und Katie Snowden in den Fokus, in Abwesenheit von Laura Muir. Bell, die in Glasgow Vierte wurde und ihre Bestzeit auf 4:00,41 Minuten senkte, und Snowden, die in dieser Saison 4:00,24 Minuten lief, gehören zu den Favoritinnen. Jemma Reekie, mit starken Leistungen in Stockholm und Chorzow, ist eine weitere Medaillenanwärterin.
Irlands Ciara Mageean, die bei den Weltmeisterschaften in Budapest Vierte wurde, und ihre Teamkollegin Sarah Healy sind ebenfalls in bester Form. Die Polin Sofia Ennaoui, die in München und bei den Hallen-Europameisterschaften in Istanbul Bronze holte, wird ebenfalls stark erwartet.
5.000 Meter: Italienischer Heimsieg möglich
Die 5.000 Meter versprechen ebenfalls Spannung. Die erfahrene Norwegerin Karoline Bjerkeli Grøvdal, die nationale Rekorde hält und mehrfach EM-Medaillen gewonnen hat, tritt gegen die junge italienische Hoffnung Nadia Battocletti an, die sowohl über die 5.000 Meter als auch über die 10.000 Meter startet. Auch die lettische U20-Europameisterin Agate Caune könnte mit ihrer mutigen Renntaktik für Überraschungen sorgen.
10.000 Meter: Deutsche Hoffnungen sind fast dahin
Über die 10.000 Meter führt Megan Keith die britischen Hoffnungen an, nachdem sie ihre Bestzeiten auf 14:43,24 Minuten (5.000 Meter) und 30:36,84 Minuten (10.000 Meter) verbessert hat. Eilish McColgan, die nach Verletzungen zurückkehrt, ist ebenfalls eine heiße Anwärterin, nachdem sie 2022 in München Silber und Bronze über die 10.000 Meter bzw. 5.000 Meter gewann.
Konstanze Klosterhalfen musste ihre Teilnahme kurzfristig absagen, doch Hanna Klein bleibt eine Medaillenhoffnung für Deutschland über 5000m. Neben Klosterhalfen haben zudem auch ihre Landsfrauen Alina Reh und Miriam Dattke zurückgezogen.
3.000 Meter Hindernis: Comeback von Krause
Im 3.000-Meter-Hindernislauf erneuern die Medaillengewinnerinnen von 2022 ihre Rivalität. Die Titelverteidigerin Luiza Gega aus Albanien trifft erneut auf die Silber- und Bronzemedaillengewinnerinnen Lea Meyer und Lizzie Bird. Die deutsche Rekordhalterin Gesa Felicitas Krause, die nach einer Babypause zurückkehrt, will ihre Titel von 2016 und 2018 zurückerobern.
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