Der Berlin-Marathon 2025 steht vor einem sportlichen Paukenschlag.
Während in Tokio die Weltmeisterschaften um Medaillen ringen, plant einer der schnellsten Läufer der Gegenwart lieber ein Solo auf dem Asphalt der Hauptstadt. Sabastian Sawe, der kenianische Tempomacher mit eingebautem Nachbrenner, verzichtet bewusst auf die WM – und das aus gutem Grund.
Denn am 21. September wartet auf der notorisch schnellen Strecke des Berlin-Marathons eine Mission mit nur einem Ziel: die Uhr. Und zwar so, dass sie im besten Fall bei unter zwei Stunden stehen bleibt. Eine Zahl, bei der selbst gestandene Marathon-Fans leicht nervös auf die Stoppuhr schielen.
Der Mann mit dem Plan – und der Uhr im Nacken
Sabastian Sawe, 29 Jahre jung und seit seinem Debüt 2024 der neue Stern am Ausdauerhimmel, ist kein Freund großer Ankündigungen. Statt markiger Sprüche liefert er lieber messerscharfe Kilometer. „Es ist noch zu früh, um von einem Weltrekord zu sprechen“, sagte er unlängst – und ließ damit Raum für alle, die gerne zwischen den Zeilen lesen. Wer seine Zeiten kennt, weiß: Der Mann spricht leise, läuft aber laut.
Sawe hat in nur wenigen Monaten das Who’s who des Marathonlaufs alt aussehen lassen. 2:02:05 Stunden in Valencia – beim ersten Versuch, wohlgemerkt. Danach ein Pflichtsieg beim London Marathon mit 2:02:27. Das alles wirkt fast wie Aufwärmen für das große Ziel beim Berlin-Marathon 2025.
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Warum ausgerechnet Berlin?
Weil Berlin nicht nur Currywurst kann, sondern auch Weltrekorde. Ganze 13 Mal wurde hier bei den Männern die schnellste je gelaufene Zeit erzielt – zuletzt 2022 von Marathon-Legende Eliud Kipchoge in 2:01:09 Stunden. Das ist bis heute der offizielle Streckenrekord und immerhin noch die zweitbeste Zeit der Geschichte.
Die Krone trägt jedoch ein anderer: Kelvin Kiptum, Landsmann von Sawe, der 2023 in Chicago unglaubliche 2:00:35 Stunden lief. Ein Weltrekord, der kurz darauf eine tragische Note bekam – Kiptum verstarb Anfang 2024 bei einem Autounfall. Der Schatten des Rekords liegt schwer, aber Sawe könnte ihn bald einholen – oder gar übertreffen.
WM? Nicht mein Tempo.
Während also wenige Tage vor dem Berlin-Marathon die Weltmeisterschaften in Tokio stattfinden, wird Sabastian Sawe nicht in der Startliste stehen. Keine Medaille, keine Hymne, kein Blümchensträußchen vom Veranstalter. Stattdessen: exakte Planung, akribisches Training und der unbändige Wunsch, Berlin zur Bühne für einen historischen Moment zu machen.
Und für alle, die jetzt an Kipchoges sub2-Stunt im Wiener Prater denken: Ja, die 1:59:40 Stunden waren schnell – aber eben nicht offiziell. Kein Wettkampf, keine Anerkennung durch World Athletics. Sawe will es richtig machen. Mit Startnummer, Konkurrenz und Zielverpflegung.
So trainierte Eliud Kipchoge für den ersten Marathon in unter 2 Stunden!
Ob am 21. September tatsächlich eine „1“ vorne auf der Uhr stehen wird? Niemand weiß es. Aber eines ist sicher: Der Berlin-Marathon 2025 wird ein Lauf, bei dem nicht nur die Beine zittern, sondern auch die Geschichte leise mitläuft.
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