Rekordmarke klar verfehlt, Anerkennung der Leistung fraglich
Beim Solstice Track Invitational in Phoenix/USA am 21. Dezember 2025 sollte ein neuer Weltrekord im 100-km-Bahnlauf aufgestellt werden. Einziger Kandidat war der US-Amerikaner Charlie Lawrence, der bereits 2023 den Weltrekord im 50-Meilen-Straßenlauf in 4:48:21 Stunden erreicht hatte. Als US-Meister über 50 km Straße (2:49:02 Stunden/2025) wagte er sich nun an die ominöse 100-km-Distanz, in der Hoffnung, im Bahnlauf den bestehenden Weltrekord von A. Sorokin mit 6:05:41 Stunden verbessern zu können.
Deutlich unter den Erwartungen
Das Vorhaben misslang jedoch klar: Mit fast 1:30 Minuten Rückstand blieb Lawrence deutlich über der angestrebten Bestmarke. Sein Resultat von 6:07:10 Stunden brachte ihm zwar zum Saisonende 2025 die weltbeste Jahresleistung ein, diese dürfte jedoch nicht anerkannt werden. Grund dafür ist, dass er der einzige 100-km-Starter im Ziel war.
Das Rennen war offiziell als 24-Stunden-Lauf ausgeschrieben, eine Distanz, die Lawrence selbst nicht absolvierte. Zudem wurden keine weiteren Teilnehmer über die 100 km hinaus offiziell gezeitet.
Hochgerechnet zu wenig Reserven
Ausgehend von seinem bestehenden 50-Meilen-Weltrekord (4:48 Stunden) hätte der noch 30-jährige Läufer für die knapp 20 zusätzlichen Kilometer bis zur 100-km-Marke mindestens 1:16 bis 1:17 Stunden laufen müssen. Dieses Tempo konnte er jedoch nicht mehr umsetzen.
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Ob mangelnde Tagesform oder das Fehlen direkter Konkurrenz ausschlaggebend waren, bleibt offen. Auch stellt sich die Frage nach den Rahmenbedingungen: Sein Ausrüster hätte für ein derartiges Rekordprojekt bessere Voraussetzungen schaffen können. Stattdessen scheinen Show- und Marketingrennen aktuell mehr im Fokus zu stehen als klassische Rekordversuche – wie bereits beim Projekt „Chasing 100“ im Jahr 2025 zu beobachten war.

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