Bewertung: 5 / 5

Stern aktivStern aktivStern aktivStern aktivStern aktiv
 

Über 44.000 Läufer und Läuferinnen aus 133 Ländern waren heute Vormittag beim Berlin-Marathon am Start.

Der schnellste Marathon der Welt hat damit einmal mehr seine Position als auch einer der größten Marathons der Welt gefestigt.

Exakt 44.389 waren für den Marathon über 42,195 Kilometer gemeldet. Mit Früchstückslauf, Kinderläufen, Inlineskating und Handbiker waren es rund 70.000 sportlich Aktive.

Die Jagd nach dem Weltrekord

Die Veranstalter hatte für 2018 keine Kosten und Mühen gescheut um ein hochklassiges Feld für den 42,195 Kilometer langen Marathon auf die Beine zu stellen. Das Ziel war natürlich den bestehenden Marathon-Weltrekord von Dennis Kimetto zu brechen. Der Kenianer lief vor vier Jahren an exakt gleicher Stelle 2:02:57 Stunden und war damit der erste Läufer, der unter 2:03 Stunden blieb.

Superstars am Start

Dafür verpflichtete man den momentan besten Marathonläufer, Eliud Kipchoge. Kipchoges Bestzeit liegt bei 2:03:05 Stunden und damit nur acht Sekunden über dem Weltrekord. 2015 gewann er in Berlin mit 2:04:00 Stunden trotz Schuhproblemen, 2017 jubelte er nach 2:03:32 Stunden erneut über den Sieg. Sein Plan war eine Durchgangszeit von 61 Minuten bei der Halbmarathonmarke. Die Durchgangszeit beim Weltrekordlauf 2014 lag bei 61:45 Minuten.

Ebenfalls am Start stand Ex-Weltrekordler Wilson Kipsang (Kenia). Er hatte eine Zeit von 61:30 Minuten für die ersten 21,1 Kilometer geplant. Ein Weltrekord hat in Berlin übrigens einen Wert von 120.000 Euro: Neben 40.000 Euro Siegprämie, gibt es auch 30.000 Euro als Zeitbonus und 50.000 Euro für den Weltrekord

Mit Sololauf zum Weltrekord

Topfavorit Eliud Kipchoge ließ vom ersten Meter an keine Zweifel, das es heute sein großer Tag sein wird. Er setzte sich mit drei Tempomachern an die Spitze. Nach knapp 26 Kilometern lief Kipchoge alleine. Der Kenianer hielt aber nicht nur sein Tempo, sondern wurde sogar schneller. Die ersten 21,1 Kilometer absolvierte er in 1:01:06 Stunden. Die zweite Marathonhälfte in 1:00:33 Stunden. Das ergibt eine Marathon-Endzeit von 2:01:39 Stunden und eine Verbesserung des Marathon-Weltrekordes um über eine Minute. Es war die größte Steigerung eines Marathon-Weltrekordes seit über 50 Jahren.

Es war der 12. Weltrekord, der bei einem Berlin-Marathon gelaufen wurde. Seit 2003 ist es bei den Männern der 7. Marathon-Weltrekord, der in Berlin gelaufen wurde. Damals knackte der Kenianer Paul Tergat mit 2:04:55 Stunden als erster Läufer die 2:05-Stunden Schallmauer. 15 Jahre später war Kipchoge bei seinem Weltrekordlauf um über drei Minuten schneller.

Beim Berlin-Marathon 2018 nahm Kipchoge dem Zweitplatzierten fast fünf Minuten ab. Landsmann Amos Kipruot belegte nach 2:06:23 Stunden Rang 2. Das Podest komplettierte mit Wilson Kipsang der zweite Mitfavorit im Rennen.

Auch ein Weltrekord bei den Damen?

Bei den Frauen gelang dem Veranstalter SCC Events ebenfalls vorab ein großer Coup. Denn mit Tirunesh Dibaba trat eine der erfolgreichsten Läuferinnen der letzten zehn Jahre beim Berlin-Marathon 2018 an. Die 32-Jährige holte 2008 und 2012 insgesamt drei Mal Olympiagold und von 2003 bis 2013 fünf Weltmeistertitel. In London lief sie im Vorjahr mit 2:17:56 Stunden auf Platz 3 der ewigen Marathon-Bestenliste. Damit verringerte sie den Abstand zum 16 Jahre alten Weltrekord von Paula Radcliffe (2:15:25 Stunden) um zweieinhalb Minuten.

In Berlin musste sich die Äthiopierin vor allem starker Konkurrenz aus Kenia stellen. So zum Beispiel Gladys Cherono und Edna Kiplagat, die beide Bestzeiten unter 2:20 Stunden hatten. Cherono ist zudem zweifache Siegerin des Berlin-Marathons (2015 und 2017). Mit der Äthiopierin Yebrugal Melese stand eine weitere Läuferin am Start, die eine Bestzeit unter 2:20 Stunden hat (2:19:36 Stunden im Jänner in Dubai). Ihre Landsfrau Aselefech Mergia reiste ebenso mit starken 2:19:31 Stunden (2012) in ihrer Vita nach Berlin an.

Streckenrekord geknackt

Auch wenn das Damen-Rennen etwas im Schatten des beeindruckenden Weltrekordlaufes von Kipchoge stand, sollte es ein ungemein schnelles Rennen werden. Denn gleich drei Läuferinnern blieben unter 2:19 Stunden und damit auch unter dem bisherigen Streckenrekord. Schlussendlich feierte Gladys Cherono mit 2:18:11 Stunden ihren dritten Berlin-Sieg. Rang 2 belegte etwas überraschend die Äthiopierin Ruti Aga (2:18:34 h). Topfavoritin Tirunesh Dibaba blieb mit 2:18:55 Stunden ebenfalls unter 2:19 Stunden.

Es war das erste Marathon-Rennen, bei dem drei Frauen Zeiten unter 2:19 Stunden liefen.

In Summe beendeten 40.775 Teilnehmer den Marathon (= Berlin-Rekord).

Einen weiteren Weltrekord an diesem Wochenende stellte Rennrollstuhl-Fahrerin Manuela Schär auf. Mit 1:36:53 Stunden gelang ihr die bisher schnellste Marathonzeit in einem Rennrollstuhl.

Entwicklung des Marathon-Weltrekordes in den letzten 50 Jahren

LäuferNationZeitJahrOrt
Derek Clayton Australien 02:09:36 1967 Fukuoka
Derek Clayton Australien 02:09:34 1969 Antwerpen
Ron Hill Großbritannien 02:09:29 1970 Edinburgh
Ian Thompson Großbritannien 02:09:12 1974 Christchurch
Shigeru Sō Japan 02:09:06 1978 Beppu
Gerard Nijboer Niederlande 02:09:01 1980 Amsterdam
Robert de Castella Australien 02:08:18 1981 Fukuoka
Steve Jones Großbritannien 02:08:05 1984 Chicago
Carlos Lopes Portugal 02:07:12 1985 Rotterdam
Belayneh Dinsamo Äthiopien 02:06:50 1988 Rotterdam
Ronaldo da Costa Brasilien 02:06:05 1998 Berlin
Khalid Khannouchi Marokko 02:05:42 1999 Chicago
Paul Tergat Kenia 02:04:55 2003 Berlin
Haile Gebrselassie Äthiopien 02:04:26 2007 Berlin
Haile Gebrselassie Äthiopien 02:03:59 2008 Berlin
Patrick Makau Kenia 02:03:38 2011 Berlin
Wilson Kipsang Kenia 02:03:23 2013 Berlin
Dennis Kimetto Kenia 02:02:57 2014 Berlin
Eliud Kipchoge Kenia 02:01:39 2018 Berlin

Ergebnisse Berlin-Marathon 2018 - Top 60 Herren

RangNameNationZeit
1 Kipchoge Eliud KEN 02:01:39
2 Klpruto Amos KEN 02:06:23
3 Kipsang Wilson KEN 02:06:48
4 Nakamura Shogo JPN 02:08:16
5 Tadese Zersenay ERI 02:08:46
6 Sato Yuki JPN 02:09:18
7 Tsegay Okubay ERI 02:09:56
8 Uekado Daisuke JPN 11:07
9 Canchanya Wlly PER 02:12:57
10 van Nunen Barl NED 02:13:09
11 Da Silva Wellington BRA 02:13:43
12 Da Silva Noronha Vagner BRA 02:14:57
13 Cabada Fernando USA 02:15:00
14 van Peborgh Nick BEL 02:15:04
15 De Bock Thomas BEL 02:15:19
16 Murayama Kenta JPN 02:15:37
17 Martin Brendan USA 02:16:26
18 Hicks Malcolm NZL 02:16:28
19 Spence Julian AUS 02:16:39
20 Martelletti Paul NZL 02:17:29
21 Orta Luis Alberto VEN 02:17:48
22 O'Hanlon Gary IRL 02:19:06
23 Devos Gerd BEL 02:19:14
24 Wuve Berlhun ISR 02:19:45
25 Threlfall Brady AUS 02:19:53
26 Harwardt Valentin GER 02:19:54
27 Cardona Rodriguez Antonio L PUR 02:20:18
28 Seelaus Jeffrey USA 02:20:52
29 Sanca Rüben CPV 02:21:01
30 Poole Jonathan GBR 02:21:14
31 Nie Alexandru Comeschi ROU 02:21:54
32 Uliczka Steffen GER 02:22:18
33 Szymankiewicz Jakub POL 02:22:31
34 Verwey Dane AUS 02:22:40
35 Magalhaes Moura Raphael BRA 02:23:00
36 Thewlls Jonathan GBR 02:23:09
37 Ahmed Belal ITA 02:23:11
38 Johnson Ben GBR 02:23:24
39 Nilsen Björn Ivar NOR 02:23:26
40 Parisi Luca ITA 02:23:29
41 Alkhawaldeh Moath JOR 02:23:57
42 Rivera Rodriguez Luis J PUR 02:23:58
43 Hensley Matt USA 02:24:03
44 Terrasi Alessio ITA 02:24:14
45 Felipe Leite Barboza Luis BRA 02:24:19
46 Ulriksen Krlstian NOR 02:24:21
47 Tsui Chi Kin HKG 02:24:38
48 Dalmasso Nicolas FRA 02:24:44
49 Soh Rui Yong SIN 02:25:05
50 Perry David USA 02:25:08
51 Truesdell Carson USA 02:25:20
52 Murphy Robert IRL 02:25:23
53 Hamerlok Douglas AUS 02:25:30
54 Roche Nicholas USA 02:25:37
55 Molyneux Paul GBR 02:25:41
56 Gröbl Tobias GER 02:26:03
57 Desrues Fabrlce FRA 02:26:09
58 van Wel Reinardus NED 02:26:10
59 Mora Chavarria Hibert CRC 02:26:14
60 Fltzpatrlck Thomas IRL 02:26:19

Ergebnisse Berlin-Marathon 2018 - Top 10 Damen

RangNameNationZeit
1 Cherono Gladys KEN 02:18:11
2 Aga Ruti ETH 02:18:34
3 Dibaba Tlrunesh ETH 02:18:55
4 Kiplagat Edna KEN 02:21:18
5 Matsuda Mizuki JPN 02:22:23
6 Tola Helen ETH 02:22:48
7 Maeda Honami JPN 02:25:23
8 Rocha Carla Salome POR 02:25:27
9 Uehara Miyuki JPN 02:25:46
10 Ohara Rei JPN 02:27:29

Alle Ergebnisse und Fotos


Kommentare   

0 #8 Dre 2018-09-18 23:06
Alles Training.....? Na ja , erst gefeiert und nach Jahren die Ernüchterung.
Zitieren | Dem Administrator melden
0 #7 Schneller Läufer 2018-09-16 15:39
Alter Schwede das ist schneller als der Österreichrekord im Halbmarathon
Zitieren | Dem Administrator melden
+2 #6 Andreas K. 2018-09-16 15:39
Das ist genauso skurril wie die Leistungen bei der Tour de France...
Zitieren | Dem Administrator melden
0 #5 The Amazing Guy 2018-09-16 15:38
Eliud ist einfach "übermenschlich"
Zitieren | Dem Administrator melden
0 #4 Andree 2018-09-16 12:11
Das macht eine Pace von 2:53!!! Das ist doch irre!!!
Zitieren | Dem Administrator melden
0 #3 Amazing 2018-09-16 12:10
Ich war dabei ... uff da´Couch ... war schon irre ...
Zitieren | Dem Administrator melden
+1 #2 rajo 2018-09-16 12:05
Die 2 Stunden fallen auch irgendwann mal
Zitieren | Dem Administrator melden
+1 #1 Marathonfan 2018-09-16 11:29
Genialer Lauf. 42 Kilometer total kontrolliert und souverän gelaufen
Zitieren | Dem Administrator melden

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren